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Dubiose Rechnungen und Mahnungen von Sex-Hotline

Pressemitteilung vom

Mit zweifelhaften Rechnungen, Mahnungen und Anrufen setzen Erotik-Hotlines aus Tschechien Verbraucher in Schleswig-Holstein unter Druck. Die Absender nutzen immer wieder neue Namen wie Wemo, Avis oder Dania. Sie verlangen die Zahlung von 90 Euro an Empfänger in Tschechien. Betroffene sollten nicht zahlen, sondern sich im Zweifel bei der Verbraucherzentrale beraten lassen. 

 

junger Mann mit Smartphone auf dem Sofa
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„Ich hab Zeit für Dich“ oder „Hausfrau (34) – ganz privat“ – mit solchen Kontaktanzeigen werben die Hotlines in kostenlosen Zeitungen um Kunden. Wer anruft, erhält per Post eine Rechnung über 90 Euro, zu zahlen in bar per Einschreiben an eine Postfach-Adresse in Tschechien oder als SEPA-Überweisung auf ein tschechisches Konto. In einigen Fällen haben Verbraucher sogar mehrere Rechnungen und Mahnungen von solchen Anbietern bekommen. Auf den Rechnungen über „Service für Erwachsene“ sind Telefonnummer, Datum und Uhrzeit des angeblichen Anrufs bei der Sex-Hotline angegeben. Die Absender verweisen darauf, dass der Empfänger die genannte Anrufzeit im Einzelverbindungsnachweis von seinem Telefon-Anbieter nachvollziehen könne. 

Nicht zahlen, sondern widersprechen

„Wer das Telefongespräch nicht geführt hat, sollte die Rechnung nicht bezahlen, sondern der Forderung widersprechen“, sagt Julia Buchweitz, Juristin bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Nach geleisteter Zahlung können Betroffene ihr Geld kaum zurückholen. Formale Fehler in den Schreiben deuten auf eine dubiose Masche hin: Die Absenderadresse ist nicht vollständig, in der Anrede fehlt der Name des Empfängers und es wimmelt von Rechtschreibfehlern. „Hier geht es nach unserer Einschätzung nur darum, mit wenig Aufwand viele Menschen zur Zahlung zu bewegen“, so Buchweitz. Wer tatsächlich eine Hotline angerufen hat, muss lediglich die Verbindungskosten bezahlen. Weitere Kosten fallen nur dann an, wenn vorher ein Vertrag abgeschlossen und der Preis festgelegt wurde. Im Zweifel können sich Betroffene bei der Verbraucherzentrale beraten lassen. Folgende Absender sind bisher bekannt: Wemo, Dania, Avis Inkasso, Greif Inkasso, Enra Inkasso, Kawora, Werso, Madaco.  

Ansprechpartner für Betroffene

Die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale nehmen Beschwerden auf, sammeln Fälle und unterstützen Verbraucher mit Informationen, Musterbriefen und persönlicher Beratung. 
 

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.