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Zusatzkosten auf Vodafone-Rechnungen wegen untergeschobener Verträge

In Schleswig-Holstein häufen sich Beschwerden von Vodafone-Kunden, die einen Empfänger für Kabelfernsehen zugeschickt bekommen und Zusatzposten auf ihrer Telefonrechnung entdeckt haben. Dabei geht es um Beträge bis zu 30 Euro pro Monat. Betroffen sind Migranten mit schwachen Deutschkenntnissen. 

junge Frau mit Laptop blickt erschrocken

Vertragsärger

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Alle betroffenen Verbraucher haben seit längerer Zeit einen Telefon- und Internetvertrag bei Vodafone. Per Post bekamen sie kürzlich einen Empfänger für Kabelfernsehen geschickt. Einige erhielten außerdem einen Vertrag für kostenpflichtiges Fernsehen, den sie angeblich abgeschlossen hatten. Die Zusatzkosten wurden direkt vom Konto abgebucht. Das ist möglich, wenn Kunden wegen ihres bestehenden Vertrages mit Vodafone eine Einzugsermächtigung für ihr Konto gegeben haben.

Unerfahrenheit und mangelnde Deutschkenntnisse ausgenutzt

Auffällig dabei ist, dass die Betroffenen in allen der Verbraucherzentrale bekannten Fällen Migranten sind, die kaum Deutsch verstehen. Einige konnten sich an einen Anruf von einem Callcenter erinnern, bei dem ihnen ein Vertrag für Kabelfernsehen angeboten wurde. „Nach Erfahrung der Verbraucherzentrale stecken externe Vertriebspartner dahinter, denen es vor allem um die eigene Provision geht“, so Dr. Boris Wita, Jurist bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Dabei nutzen sie die Unerfahrenheit und mangelnden Deutschkenntnisse der betroffenen Migranten aus.“ Die Verbraucherzentrale konnte bisher in vielen Fällen helfen, die untergeschobenen Verträge rückgängig zu machen und gezahlte Beträge zurück zu erhalten.

Untergeschobene Verträge binnen 14 Tagen widerrufen

Gegen solche untergeschobenen Verträge können sich Verbraucher wehren, indem sie schriftlich und am besten per Einschreiben innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsschluss widerrufen. Wer in der Auseinandersetzung mit Anbietern Unterstützung braucht, kann sich bei der Verbraucherzentrale persönlich beraten lassen.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.