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Zum Weltverbrauchertag: Verbraucher wirksam vor Kostenfallen schützen

Pressemitteilung vom

Zum Weltverbrauchertag am 15. März legen die Verbraucherzentralen bundesweit den Schwerpunkt auf Kostenfallen und Abzocke im Alltag. Untergeschobene Verträge, überzogene Inkassoforderungen und zu lange Vertragslaufzeiten sind für Verbraucher*innen ein immer wiederkehrendes Ärgernis. Sie verursachen Schäden in Milliardenhöhe und erschüttern das Vertrauen der Bürger in die soziale Marktwirtschaft.

Frauenhand unterschreibt einen Vertrag
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Bei der Verbraucherzentrale vergeht kein Tag ohne diverse Beschwerden über Kostenfallen und Abzocke. Dabei geht es zum Beispiel um untergeschobene Verträge am Telefon, absurd hohe Rechnungen von Schlüsseldiensten oder rätselhafte Zusatzkosten von Drittanbietern auf der Telefonrechnung. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch unnötig, denn der Ge-setzgeber könnte viele Kostenfallen leicht aus dem Weg räumen. „Nötig wären zum Beispiel ein Kostendeckel für Inkassoschreiben und kürzere Laufzeiten bei Fitnessstudio- oder Handyverträgen“, sagt Stefan Bock, Vorstand der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Zudem setzen wir uns dafür ein, dass alle telefonisch geschlossenen Verträge mit langen Laufzeiten erst nach einer schriftlichen Bestätigung des Kunden wirksam werden.“

Verbraucherzentrale fordert besseren Schutz vor Abzocke

Mit einem geplanten Gesetz für faire Verbraucherverträge und einer Reform des Inkassorechts will die Bundesregierung nach eigenen Angaben Verbesserungen auf den Weg bringen. Der Gesetzentwurf sieht bisher eine schriftliche Bestätigung telefonisch geschlossener Energieverträge vor. Die Erfahrung aus der Beratung der Verbraucherzentralen zeigt, dass dies für alle Verträge mit langer Laufzeit gelten sollte – insbesondere auch für Internet-, Festnetz- und Handyverträge. Auch die geplante Deckelung von Inkassogebühren reicht aus Sicht der Verbraucherzentrale nicht aus. „Notwendig ist vor allem eine zentrale Inkasso-Aufsicht, die wirksam gegen Rechtsverstöße von unseriösen Inkassobüros vorgeht“, so Stefan Bock.

Information, Beratung und Unterstützung für Verbraucher

In ihren fünf Beratungsstellen in Schleswig-Holstein bietet die Verbraucherzentrale Informationen und Ratgeberbücher zu Kostenfallen an. Wer betroffen ist, bekommt bei der Rechtsberatung Unterstützung. Im Online-Angebot finden Interessierte aktuelle Warnungen, Tipps und Service zum Thema. So können Verbraucher etwa mit dem Inkasso-Check kostenfrei online prüfen, ob ein Inkassoschreiben gerechtfertigt und die Forderung angemessen ist. 

Hintergrund zum Weltverbrauchertag

Der Weltverbrauchertag hat eine lange Tradition: Am 15. März 1962 machte US-Präsident John F. Kennedy die Verbraucherrechte in einer Rede öffentlich zum Thema und legte damit den Grundstein der Verbraucherpolitik. Diese hat zum Ziel, Verbraucher vor betrügerischer oder irreführender Werbung und Kennzeichnung zu schützen und ihnen eine Vielfalt von Produkten zu marktgerechten Preisen zu ermöglichen.

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