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Reise-Stornierung – Informationen und Musterbrief

Pressemitteilung vom

Wegen der Corona-Pandemie müssen viele Menschen ihren gebuchten Urlaub absagen, abbrechen oder verschieben. Musterbriefe zu Umbuchungen und Stornierungen von Reisen, auch im Krisenfall, finden Sie hier. Wenn der Veranstalter eine Reise absagt und trotzdem Stornogebühren fordert oder die Erstattung verweigert, können Sie diesen Musterbrief verwenden.

 

gepackter Koffer für die Reise

gepackter Koffer für die Reise

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Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für viele Länder ausgesprochen. Für Urlauber bedeutet das: Kurz bevorstehende Pauschalreisen ins Ausland können sie kostenlos stornieren. Auch bei individuell gebuchten Flügen oder Unterkünften steigen die Chancen auf kostenlose Stornierung. Entscheidend ist unter anderem, ob bei der Buchung deutsches Recht gilt. Außerdem gilt dies nur für kurz bevorstehende Reisen. Steht die Reise erst in mehreren Wochen oder Monaten an, ist derzeit noch völlig ungewiss, welche behördlichen Reisewarnungen bis dahin bestehen. „In solchen Fällen empfehlen wir, frühzeitig Kontakt mit dem Vertragspartner aufzunehmen und zu fragen, welche Möglichkeiten dieser einräumt“, so Julia Buchweitz, Juristin bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Recht auf Kostenerstattung, wenn der Veranstalter absagt

Beschwerden gibt es über Reiseveranstalter, die Reisen aufgrund der aktuellen Lage selbst abgesagt haben und ihren Kunden trotzdem Stornokosten in Rechnung stellen oder anstelle einer Kostenerstattung lediglich einen Gutschein ausstellen wollen. „Das ist nicht zulässig", so Julia Buchweitz. „Betroffene haben in diesen Fällen ein Recht auf Erstattung der bereits gezahlten Beträge und müssen keinen Gutschein akzeptieren." Einen Musterbrief für solche Fälle finden Sie hier. 

Bei Anbietern im Ausland gilt das deutsche Recht nicht

„Wer die individuell gebuchte Unterkunft wegen eines Einreiseverbots nicht nutzen kann, muss nach unserer Auffassung nicht dafür bezahlen“, so Julia Buchweitz. Die Grundlage dafür ist allerdings das deutsche Recht. Wenn es um eine Buchung bei einem Anbieter im Ausland geht – zum Beispiel in Dänemark – gilt je nach Vertrag das dortige Recht. Für Urlauber kann das bedeuten, dass sie andere Bedingungen akzeptieren müssen als bei einem deutschen Anbieter. „Zu solchen Fragen gibt es bisher keine klare Rechtsprechung, da diese Situation für alle neu ist“, so die Juristin. Ihr Rat: Zunächst Geduld und Nachsicht aufbringen, da die Anbieter im Tourismus besonders hart von der aktuellen Krise betroffen sind. Wer Ärger mit seinem Reiseanbieter hat, sollte den Vorgang möglichst schriftlich abwickeln und alles dokumentieren.

Informationen und Servicetelefon der Verbraucherzentrale

Rechtsberatung zum Thema Reise bieten spezialisierte Anwälte und die Verbraucherzentrale – ebenso wie umfassende Informationen zur Corona-Reisewarnung und den rechtlichen Folgen für Verbraucher in der Corona-Krise unter www.verbraucherzentrale.sh. Musterbriefe zur Reisestornierung in der Coronakrise gibt es hier zum Download.
Das Servicetelefon der Verbraucherzentrale ist unter der Nummer 0431 / 59 099 40 montags und donnerstags von 9 bis 16 Uhr sowie dienstags und freitags von 9 bis 13 Uhr erreichbar.
 

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.