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Keine Klassenreise in diesem Schuljahr – das ist wichtig bei Stornierung

Pressemitteilung vom

In Schleswig-Holstein dürfen bis Ende des laufenden Schuljahres keine Klassenreisen und Schulausflüge stattfinden. Das geht aus dem Erlass der Landesregierung zur Coronakrise hervor. Betroffene Lehrer*innen bzw. Eltern müssen also bereits gebuchte Klassenreisen stornieren. Viele fragen sich nun, wann der richtige Zeitpunkt für eine Stornierung ist und ob dabei Kosten fällig werden. Einen passenden Musterbrief für die kostenfreie Stornierung finden Sie hier.

drei Schülerinnen machen Fotos auf einem Ausflug
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Die Planung oder Absage von Reisen ist zur Zeit besonders schwierig. Zwar gelten jetzt erste Lockerungen für die Einschränkungen des täglichen Lebens, doch bisher weiß niemand, wann Reisen wieder möglich sind. Bei Klassenfahrten und Schulausflügen hat die schleswig-holsteinische Landesregierung bereits Klarheit geschaffen: Im laufenden Schuljahr dürfen sie nicht mehr stattfinden. Nach Auffassung der Verbraucherzentrale haben betroffene Lehrkräfte bzw. Eltern damit das Recht, bereits gebuchte Pauschalreisen sowie Busreisen und Unterkünfte für diesen Zeitraum kostenfrei zu stornieren.

Klassenfahrten unmöglich – Recht auf kostenfreie Stornierung

Nach dem Erlass der Landesregierung sind geplante Reisen mit Schülern abzusagen. Es gibt in der aktuellen Situation viele weitere Gründe, die Reisen in Deutschland und ins Ausland unmöglich machen. Soweit Übernachtungsangebote im Inland auf Anordnung von Bund und Ländern ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden dürfen, sind Reisever-anstalter gezwungen, innerdeutsche Reisen von sich aus abzusagen. Bis mindestens einschließlich 14. Juni 2020 gilt eine weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Zudem fordern Bund und Länder alle Bürger*innen in ihrem aktuellen Beschluss weiterhin auf, private Reisen, Besuche und Tagesausflüge bis auf weiteres zu unterlassen. Einreisende und Rückkehrer aus dem Ausland müssen zwei Wochen in Quarantäne bleiben. In diversen Ländern gelten Einreiseverbote auf unbestimmte Zeit. Aufgrund dieser weitreichenden Einschränkungen sind Reiseveranstalter nach Auffassung der Verbraucherzentrale verpflichtet, den vollständigen Reisepreis zu erstatten. Das gilt auch für Anbieter von Unterkünften wie Hotels, Ferienhäusern oder Jugendherbergen, wenn diese einzeln gebucht wurden. Die Verbraucherzentrale stellt einen Musterbrief zur Verfügung für den Fall, dass Veranstalter trotzdem Stornogebühren fordern und die Erstattung des gesamten Reisepreises verweigern.

Vorauszahlung bei Reisen aussetzen

Bisher gibt es zum Thema Reisen kaum verbindliche Regelungen in Deutschland, die über den 14. Juni 2020 hinausgehen. „Wir als Verbraucherschützer halten es für dringend geboten, die Vorleistungspflicht für Reisebuchungen bei Pandemien auszusetzen, so dass Verbraucher für Reisen nicht im Voraus zahlen müssen“, so Stefan Bock, Vorstand der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „In dieser unsicheren Zeit benötigen Verbraucher Rechtssicherheit.“ Zudem sollten aus Sicht der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein für einzeln gebuchte Leistungen dieselben eindeutigen Rechtsvorschriften gelten wie bei Pauschalreisen. Dazu gehört das Recht auf Rücktritt vor Reisebeginn wegen unvermeidbarer außergewöhnlicher Umstände (BGB §651 h) und ein Schutz der Kund*innen im Fall einer Insolvenz des Anbieters.

Tipps, Musterbriefe und Unterstützung für Verbraucher*innen

Unter der Servicenummer 0431 / 590 99 40, per Kontaktformular oder Email an info@vzsh.de bieten wir Betroffenen Rat und Unterstützung. Hier stehen täglich aktualisierte Informationen zu den Folgen der Corona-Pandemie für Verbraucher*innen (z.B. zu Stornierungen von Reisen oder kostenpflichtigen Veranstaltungen) zur Verfügung.

Aktueller Hinweis zur Erstattung von Stornogebühren

Obwohl die schleswig-holsteinische Landesregierung Klassenfahrten und Schulausflüge für das Schuljahr 2019/2020 per Erlass untersagt hat, fordern einige Busreiseunternehmen und Unterkünfte Stornogebühren. Der schleswig-holsteinische Landtag stellt nun einen Etat von 3 Millionen Euro zur Verfügung, aus dem Gebühren für stornierte Klassenfahrten bezahlt werden sollen, um persönliche Härten zu vermeiden. Die Bedingungen und Details zur Beantragung der Mittel sind uns noch nicht bekannt. Sobald wir weitere Informationen erhalten haben, werden wir diese veröffentlichen.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.