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Festnetz-Telefon: Beschwerden über Abbuchungen von First Telecom

Pressemitteilung vom

In den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein beschweren sich derzeit auffällig viele Kunden verschiedener Festnetz-Telefonanbieter. Den Betroffenen wurde über ihre Telefonrechnung Geld für Leistungen des Drittanbieters First Telecom abgebucht. Doch keiner der Betroffenen hat bewusst einen Service von First Telecom in Anspruch genommen.

junge Frau prüft ein Schreiben

Verträge und Reklamationen

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Neben den üblichen Kosten für den Festnetzanschluss tauchen auf den Telefonrechnungen zusätzlich Beträge bis zu 120 Euro auf, die per Lastschrift abgebucht wurden. Auf den Telefonrechnungen erscheinen diese Posten als kostenpflichtige Abo-Leistungen mit Namen wie Sparservice oder Auskunftsdienst. Als Anbieter ist First Telecom angegeben. Dabei handelt es sich nach eigenen Angaben um einen Anbieter für Servicerufnummern, Bezahlsysteme und Sprachapplikationen.

Bisher kein Nachweis über Vertragsschlüsse

Die betroffenen Kunden haben bei der Verbraucherzentrale angegeben, dass sie sich nicht erklären können, wie die Rechnungsbeträge zustande kommen. First Telecom hat auf Nachfrage in den bisher bekannten Fällen nicht nachgewiesen, dass die Forderungen auf einem rechtmäßigen Vertragsschluss beruhen. „Wir gehen der Sache nach und stehen in einem engen Austausch mit der Bundesnetzagentur. Diese prüft nun, ob der Anbieter gegen das Recht verstoßen hat“, sagt Dr. Boris Wita vom Referat für Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Das können Betroffene tun

Wer solche rätselhaften Posten auf seiner Telefonrechnung entdeckt, kann bei seinem Vertragspartner die Einzugsermächtigung für Lastschriften kündigen und den abgebuchten Betrag über die eigene Bank zurückholen. Auf jeden Fall sollten Betroffene dann den regulären Betrag für die Festnetz-Kosten separat an ihren Vertragspartner überweisen. „Wichtig ist auch, Kontakt zum Vertragspartner aufzunehmen. Von diesem kann man dann eine Extra-Rechnung über die Leistungen vom Drittanbieter fordern,“ so Wita. Vorsorglich können Verbraucher*innen bei ihrem Festnetzanbieter bestimmte Nummern, etwa mit kostenpflichtiger 0190-Vorwahl, sperren lassen. Das verringert das Risiko, in eine Abofalle zu geraten. 

Beschwerden melden und zur Aufklärung beitragen

„Wir vermuten, dass es viele weitere Betroffene gibt“, so Dr. Boris Wita. Mit der Meldung ihrer Beschwerde bei der Verbraucherzentrale und bei der Bundesnetzagentur können sie zur Aufklärung beitragen. 

  • Beschwerde bei der Verbraucherzentrale: telefonisch unter 0431/ 59 099 40 oder per E-Mail an info@vzsh.de
  • Beschwerde bei der Bundesnetzagentur: telefonisch unter 030 /22 480 500 oder per Kontaktformular.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.