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Energielieferant e:veen meldet Insolvenz an – keine Versorgungslücke

Pressemitteilung vom

Die Insolvenz des niedersächsischen Strom- und Gasanbieters e:veen beunruhigt betroffene Kunden in Schleswig-Holstein. Wer ein Guthaben bei dem Unternehmen hat, sollte sich jetzt rechtlich beraten lassen. Falls die Lieferungen eingestellt werden, beziehen betroffene Kunden automatisch Energie vom örtlichen Grundversorger. 

Hand zieht Stecker aus Steckdose
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e:veen hat angekündigt, dass seine Kunden weiterhin mit Strom und Gas versorgt werden. Änderungen laufender Verträge stehen nicht an. Kunden können zu einem anderen Anbieter wechseln, müssen sich dabei aber an die vertragsgemäße Kündigungsfrist halten. Sollte das Unternehmen die Lieferung doch einstellen, haben Kunden nichts zu befürchten. In dem Fall springt automatisch der örtliche Grundversorger ein, so dass niemand ohne Strom oder Gas dasteht. Der Grundversorgungstarif ist für Verbraucher meist teuer.

Anbieter wechseln, wenn die Lieferung eingestellt wird

„Wenn es dazu kommt, sollten betroffene Kunden ihren Vertrag aus wichtigem Grund kündigen, den aktuellen Zählerstand festhalten und sich für einen anderen Energielieferanten entscheiden“, empfiehlt Julia Buchweitz, Expertin für Energierecht bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Die monatlichen Zahlungen müssen Betroffene zunächst an den Grundversorger leisten, bis der neue Anbieter übernimmt.

Höhe der Abschläge an Verbrauch anpassen

E:veen-Kunden, die auf eigenen Wunsch höhere monatliche Abschläge zahlen, als es ihr Verbrauch erfordert, sollten ihre Zahlungen an den Verbrauch anpassen und ihren Anbieter darüber informieren. Wer ein Guthaben bei dem Unternehmen hat, sollte handeln. „Kunden können die Summe mit den monatlichen Zahlungen verrechnen. Um Risiken wie Mahngebühren oder Inkassoschreiben auszuschließen, ist eine Rechtsberatung in solchen Fällen wichtig“, so Julia Buchweitz. Diese bietet die Verbraucherzentrale an. Außerdem ist es ratsam, eine bestehende Einzugsermächtigung mit sofortiger Wirkung zu widerrufen und die Zahlungen einzeln oder per Dauerauftrag vorzunehmen. So können Kunden auf einen etwaigen Lieferstopp schneller reagieren.

Insolvenzverfahren bisher nicht angekündigt

Ob es ein Insolvenzverfahren geben wird, steht noch nicht fest. Es ist aber damit zu rechnen, dass e:veen offene Forderungen jetzt gezielt eintreiben wird. Bei berechtigten Zahlungsaufforderungen des Unternehmens müssen Kunden diese auch begleichen. „Niemand sollte sich darauf verlassen, dass offene Beträge vielleicht in der Insolvenzabwicklung untergehen“, warnt die Juristin.
Kunden sollten sich bei der Verbraucherzentrale, beim Unternehmen selbst oder bei ihrem Netzbetreiber über die weitere Entwicklung in diesem Fall auf dem Laufenden halten. Für Fragen, Klärungsbedarf oder Formulierungshilfen zu diesem Thema bietet die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein Rechtsberatung in allen Beratungsstellen. Weitere Informationen zu e:veen und den Folgen der Insolvenz für Verbraucher finden Sie hier.
 

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