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Beschwerden über untergeschobene Verträge und Abbuchungen der PVZ

Pressemitteilung vom

Regelmäßig gehen bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein Beschwerden über die Pressevertriebszentrale (PVZ) mit Sitz in Stockelsdorf ein. Betroffene klagen über untergeschobene Abo-Verträge und nicht nachvollziehbare Forderungen.

Umschlag unter einer Tür
Off

Die PVZ verwaltet und vermarktet Zeitschriften-Abos im Auftrag von mehr als 50 Verlagen. Immer wieder beschweren sich Verbraucher*innen über Werbeanrufe und falsche Gewinnbenachrichtigungen. Betroffene geben an, dass sie Zeitschriften-Lieferungen und Rechnungen von der PVZ erhalten, ohne dass sie bewusst einen Vertrag mit dem Anbieter geschlossen haben. Andere klagen über zu hohe Abbuchungen, Inkasso-Schreiben im Auftrag der PVZ sowie nicht anerkannte Kündigungen.

So kommen Betroffene aus dem Vertrag

Wer einen Abo-Vertrag am Telefon, an der Haustür, auf der Straße oder im Internet abgeschlossen hat, kann diesen innerhalb von 14 Tagen ohne Begründung widerrufen. Wenn der Vertrag unwissentlich zustande gekommen ist und der Anbieter nicht ordnungsgemäß über das Recht auf Widerruf informiert hat, lässt sich das Abo auch ohne Frist widerrufen. In anderen Fällen gilt die im Vertrag vereinbarte Kündigungsfrist. Im Zweifelsfall muss der Anbieter nachweisen, dass der Kunde den Vertrag über die Dienstleistung abgeschlossen hat. 

Klare Regeln für Vertragsschluss im Internet

Für den Abschluss von Verträgen im Internet gelten klare Regeln: Beim Abschluss einer Bestellung muss es einen korrekt bezeichneten Bestell-Button geben, etwa mit der Aufschrift „zahlungspflichtig bestellen“. „Vor Abschluss der Bestellung muss der Anbieter über die Laufzeit, Kündigungsbedingungen und über sämtliche anfallenden Kosten informieren“, sagt Dr. Boris Wita, Referent für Verbraucherrecht. Gesetzlich vorgeschrieben ist außerdem eine vollständige Widerrufsbelehrung. „Wenn Anbieter gegen diese Regeln verstoßen, sollten Kunden nicht zahlen“, so der Jurist. Seine Empfehlung für diesen Fall: „Am besten teilt man dem Unternehmen per Einschreiben mit Rückschein mit, dass kein Vertrag besteht und erklärt zugleich vorsorglich den Widerruf des angeblichen Vertrags.“

Widerruf oder Kündigung per Musterbrief

Beim Widerruf und Kündigung kommt es darauf an, dass die Schreiben den richtigen Adressaten erreichen. Die PVZ ist nicht in allen Fällen der Vertragspartner, selbst wenn dieses Unternehmen als Post-Absender angegeben ist. Im Vertrag oder in der Widerrufsbelehrung ist der Vertragspartner genannt. An diesen können Verbraucher ihr Widerrufs- oder Kündigungsschreiben richten. Auch gegen Inkasso-Forderungen zu einem untergeschobenen Vertrag können sich Betroffene mit einem Schreiben an den Vertragspartner wehren. Ratsam ist es, per Fax zusätzlich eine Kopie des Schreibens an die PVZ zu senden und den Sendebeleg aufzubewahren. Die Verbraucherzentrale stellt kostenlose Musterbriefe für den Widerruf oder die Kündigung von Verträgen sowie einen kostenlosen Inkasso-Check für die Abwehr unberechtigter Inkassoforderungen bereit. 

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.