Menü

Ihr gemeinnütziger Verein für Information, Beratung, Bildung und Interessenvertretung.

Themen: Geld & Versicherungen | Digitale Welt Lebensmittel | Umwelt & Haushalt Gesundheit & Pflege | Energie | Reise & Mobilität | Verträge & Reklamation

Aktionen auf der Kieler Woche: Unbeschwert feiern, nichts unterschreiben

Die Kieler und ihre Gäste freuen sich auf zehn Tage feiern – umsonst und draußen bei jedem Wetter. Viele Händler und Dienstleister nutzen die gute Stimmung für Geschäfte: Von der Seglerausstattung bis zum Handyvertrag lockt auf den Märkten und Partymeilen manche scheinbar einmalige Gelegenheit. Die Verbraucherzentrale empfiehlt: Vor dem Kauf informieren und nichts unterschreiben.

Paar mit Luftballons beim Volksfest-Bummel
Off

Was beim Kieler-Woche-Bummel aus einer Laune heraus gekauft wird, sieht zuhause bei nüchterner Betrachtung häufig nicht mehr so praktisch und schick aus wie zuerst gedacht. Doch die Rückgabe kann schwierig werden. „Wenn der Anbieter mit seinem Stand auf der Kieler Woche vertreten ist, hat der Käufer kein Widerrufsrecht“, erläutert Joanna Batista, Juristin bei der Verbraucherzentrale. Da ist es ratsam, Spontankäufe zu vermeiden und auf den nächsten Tag zu verschieben, falls das Angebot dann immer noch attraktiv erscheint. 

Reklamation ist schwieriger als im Fachhandel

Seriöse Anbieter geben häufig auch Kärtchen mit Name und Anschrift ihres Unternehmens und eine Internetseite an. „Diese Informationen sind wichtig für den Fall einer Reklamation bei mangelhafter Ware“, so Batista. Bei Anbietern mit Sitz im Ausland ist es allerdings kaum möglich, Ansprüche durchzusetzen – ein wichtiger Punkt bei der Kaufentscheidung.

Vorsicht mit Verträgen

Bei Verträgen gilt die Faustregel: Vor der Unterschrift alle Unterlagen in Ruhe lesen, alle offenen Fragen klären und mindestens eine Nacht darüber schlafen. „Ob es um die Mitgliedschaft im Fitness-Studio oder eine günstige Stromversorgung geht – kein Vertragsangebot ist so einmalig, dass man es spontan annehmen sollte“, warnt die Juristin. Das zeigen tausende Beschwerden, mit denen sich verärgerte Verbraucher an die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein wenden. 

Widerruf ist nicht immer möglich

Wer auf der Straße oder am Infostand zur Unterschrift gedrängt wird, sollte das als Warnsignal verstehen und lieber weitergehen. Das Widerrufsrecht ist auf Veranstaltungen wie der Kieler Woche auch bei Vertragsabschlüssen eingeschränkt. Ein weiteres vermeidbares Ärgernis sind Gewinnspiele. Wer mitmacht, muss seine persönlichen Daten preisgeben. Statt Freude über einen Gewinn kann es anschließend eher Frust wegen lästiger Werbeanrufe oder untergeschobener Abo-Verträge geben.

Verbraucher, die Probleme mit Verträgen, Gewährleistungen oder Reklamationen haben, können sich bei der Verbraucherzentrale persönlich beraten lassen. Die Fachleute unterstützen sie dabei, ihr Recht durchzusetzen. 
 

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.