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Abzocke und Vertragsfallen: Geflüchtete besonders häufig betroffen

Pressemitteilung vom

Geflüchtete werden häufig Opfer von Abzocke. Das zeigt der Beratungsalltag der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Auf der Suche nach Krediten ohne Schufa-Auskunft oder auf Dating-Portalen geraten Verbraucher*innen im Internet leicht in Vertragsfallen, aus denen sie allein nicht herauskommen.

junger Mann mit Lederjacke am Flussufer
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Kostenlose Kreditkarten und Partnervermittlung gehören zu den beliebtesten Lockangeboten im Internet. Meist münden sie in Vertragsfallen wie teure Abos und kostenpflichtige Clubmitgliedschaften. Die Folge sind meist Rechnungen über Beträge von hunderten, in manchen Fällen sogar mehr als tausend Euro. Da die meisten Geflüchteten mit wenig Geld auskommen müssen, treffen solche Forderungen diese Gruppe besonders hart. 

Zähes Ringen mit Anbietern

In Auseinandersetzungen mit Anbietern müssen Betroffene zunehmend Geduld und starke Nerven aufbringen, um zu ihrem Recht zu kommen. Selbst mit der Unterstützung der Beratungskräfte in der Verbraucherzentrale ziehen sich Konflikte infolge von Vertragsfallen und unrechtmäßigen Forderungen oft über Monate hin. Betroffene erhalten immer wieder Mahnungen und Inkassoschreiben. Für Geflüchtete ist das besonders belastend, da viele von ihnen die deutsche Sprache nicht verstehen und sich mit den hier geltenden Verbraucherrechten nicht auskennen. Die Folgen sind Verunsicherung und Verzweiflung. Die Fälle aus der Verbraucherberatung zeigen, wie wichtig umfassende Aufklärungs- und Informationsangebote zum deutschen Rechts- und Wirtschaftssystem für Geflüchtete sind.

Ansprechpartner vor Ort sind gefragt

Bei Problemen mit Anbietern haben Verbraucher*innen Schwierigkeiten, einen Ansprechpartner zu finden. Anrufe enden oft in endlosen Warteschleifen, Emails werden ignoriert oder mit automatischen Standardtexten beantwortet. Die Digitalisierung der Märkte macht es oft noch komplizierter, Probleme zu lösen. Wichtige Vertragsunterlagen kommen meist nicht mehr per Post, sondern müssen in Online-Konten abgerufen werden. Viele Menschen verlieren sich in der anonymen digitalen Welt und wünschen sich Ansprechpartner vor Ort. Die persönliche Beratung der Verbraucherzentrale wissen viele vor diesem Hintergrund besonders zu schätzen. Unsere Mitarbeiter*innen gehen die zunehmend komplexen Fälle mit den Betroffenen durch und finden gemeinsam individuelle Lösungswege.
 

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