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Verbraucherzentrale warnt vor Reisegewinnen

Pressemitteilung vom

"Herzlichen Glückwunsch, Sie haben eine Reise gewonnen!" Bei solchen scheinbar guten Nachrichten ist Vorsicht geboten. Mehr als 50 Verbraucher aus Schleswig-Holstein haben sich in den letzten Wochen über Ärger und Kosten mit fragwürdigen Reisegewinnen beschwert.

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Reisegewinne gehören zu den Klassikern der Verbrauchertäuschung, doch in letzter Zeit beschäftigen vermeintliche Gratis-Reisen die Verbraucherzentrale verstärkt. Ein aktuelles Beispiel aus der Kieler Beratungsstelle zeigt, wie Verbraucher von Anbietern ausgetrickst werden: Ein Paar aus der Eckernförder Umgebung hatte sich zu einer gewonnenen Reise nach Bratislava angemeldet. Nach 23 Stunden Fahrt durch Deutschland und Österreich hatte der Bus sein Ziel erreicht, berichteten die Betroffenen. "In Bratislava empfing uns ein angetrunkener Reiseleiter, der 270 Euro pro Person forderte", berichten die geprellten Gewinner. Der Reiseleiter habe gedroht, sie andernfalls nicht zum Hotel mitzunehmen. Das Paar ging darauf nicht ein und nahm direkt den Nachtzug zurück nach Kiel.

Anbieter haben nichts zu verschenken

Im Einzelfall können Betroffene unter solchen Umständen Schadenersatzansprüche geltend machen. "So dreist wie in diesem Fall gehen Anbieter nicht jedes Mal vor, aber der Ablauf bei Reisegewinnen ist immer ähnlich", sagt Dr. Boris Wita, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale. "Oft werden Teilnehmer genötigt, Zusatzkosten zu bezahlen. Von kostenfreien Reisen raten wir deshalb grundsätzlich ab." Verbraucher sollten immer davon ausgehen, dass solche Gratis-Angebote einen Haken haben. "Die Anbieter haben nichts zu verschenken, sondern wollen mit den Reisen Geld verdienen." Wer trotzdem eine Teilnahme wagen will, sollte sich vorher unbedingt im Internet über den Veranstalter informieren und einen genauen Reiseplan verlangen. "Außerdem sollten sich die Teilnehmer vorab schriftlich bestätigen lassen, dass keine Kosten auf sie zukommen werden", empfiehlt der Jurist.

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