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Steigende Strompreise in Schleswig-Holstein

Pressemitteilung vom

EEG-Umlage und Netzentgelte sollen steigen

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Mit den geplanten Neuerungen im EEG 2016 ist es sehr wahrscheinlich, dass die EEG-Umlage und die Netzentgelte 2017 wieder steigen werden. "Das treibt den Strompreis für Verbraucher und kleine Unternehmen in die Höhe", sagt Florian Schmölz von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Und dies, obwohl der Einkaufspreis der Versorger für Strom seit Jahren sinkt. Der Grund: die Befreiung stromintensiver Betriebe von den Netzentgelten sowie die verminderte EEG-Umlage.

Unternehmens- vor Verbraucherinteressen

Unternehmen, die viel Energie verbrauchen (dies ist Voraussetzung, um befreit zu werden), zahlen nur 1,27 statt 6,35 Cent EEG-Umlage. Der Kreis dieser Unternehmen soll nun offenbar erneut ausgeweitet werden. Nachdem die Anzahl in den letzten Jahren stieg (von 1.691 in 2013 auf 2.834 in 2015; Quelle: BAFA), ist aufgrund der geplanten Ausweitung mit einem weiteren drastischen Anstieg zu rechnen. Die Verbraucherzentrale kritisiert deshalb, dass die geplante EEG-Neuerung für Unternehmen keinen Anreiz bietet, Energie einzusparen. Im Gegenteil: sie bietet einen Anreiz, Energie zu verschwenden, um in den Genuss der verminderten Umlage zu kommen. Diese Subventionen muss der Verbraucher zahlen. Besonders hoch belastet sind Verbraucher mit geringem Einkommen wie Arbeitslose, Empfänger von Grundsicherung und junge Menschen in der Ausbildung. "Wenn der Staat Unternehmen unterstützen möchte, muss er einen anderen Weg finden, als das Geld dafür aus den Taschen der Verbraucher zu ziehen!" fordert Florian Schmölz.

Netzentgelte in Schleswig-Holstein am höchsten

Dazu kommt, dass den Netzbetreibern ein Gewinn von 9% (ARegV) garantiert wird. Und das in der aktuellen Niedrigzinsphase. Hier ist eine Orientierung am Leitzins nötig. Im Durchschnitt fallen in Schleswig-Holstein Netzentgelte von ungefähr einem Drittel der Stromkosten an. "Alle Verbraucher und Unternehmen sollten jedoch in dem Maß bezahlen, wie sie das Netz beanspruchen", so Florian Schmölz. Damit stünde einer Strompreissenkung nichts mehr im Weg.

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