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Inkasso-Post: Unseriöse Routenplaner-Betreiber drohen mit Pfändung

Pressemitteilung vom

Inkasso-Post: Unseriöse Routenplaner-Betreiber drohen mit Pfändung und Polizei

Mit aggressiver Einschüchterung versuchen unseriöse Betreiber von Online-Routenplanern hohe Summen von Verbrauchern zu kassieren. Bei den Verbraucherzentralen melden sich Betroffene, die per E-Mail Inkasso-Drohungen und Forderungen über mehrere hundert Euro
bekommen haben.

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In den E-Mails drohen die Absender, ein Inkasso Außendienst Team zu schicken, das Wertgegenstände pfänden und abholen soll. In den Anschreiben heißt es wörtlich: "Sollten Sie nicht zu Hause sein, wird ein Schlosser hinzugezogen, der die Tür dann öffnen wird. Die Mehrkosten müssen wir Ihnen natürlich zusätzlich in Rechnung stellen. Sollten Sie Widerstand leisten, werden wir die Polizei hinzuziehen." Nur mit einer Zahlung in Form von Amazon-Gutscheinen sei diese Maßnahme noch abzuwenden.

Nicht unter Druck setzen lassen

Die Absender dieser E-Mails sind bei der Verbraucherzentrale und bei der Polizei bekannt. "Betroffene sollten sich von solchen Schreiben nicht unter Druck setzen lassen und nicht zahlen, sondern der Forderung schriftlich widersprechen", empfiehlt Joanna Batista, Rechtsexpertin bei der Verbrau-cherzentrale. Dafür bietet die Verbraucherzentrale Musterschreiben in den Beratungsstellen und zum Herunterladen unter www.vzsh.de an.

 

Gleiche Aufmachung, wechselnde Adressen

Die unseriösen Online-Routenplaner tauchen unter wechselnden Adressen, aber mit der gleichen Optik immer wieder im Netz auf. Die Portale locken mit Gewinnspielen, mit denen die Betreiber persönliche Daten von Nutzern sammeln und diese für ihre Inkasso-Post nutzen. Sowohl die Internetadressen der Routenplaner als auch die Absender der E-Mails wechseln. Aktuell liegen der Verbraucherzentrale E-Mails mit dem gleichen Text von einer Media Solution GmbH und einer Content Solution GmbH vor.

Inhalt der E-Mails ist zweifelhaft

"Viele Punkte in den Inkasso E-Mails sind unglaubwürdig und nicht seriös – wie zum Beispiel die geforderte Zahlung mit Amazon-Gutscheinen", erläutert Joanna Batista. Anders als in dem Schreiben angekündigt dürfen Wertgegenstände nicht von einem Inkasso-Dienst gepfändet werden. Zweifelhaft ist auch, ob die Anbieter alle gesetzlichen verbraucherschützenden Vorschriften eingehalten haben, damit ein Vertrag zustande gekommen ist. Über ein Beschwerdeformular unter www.marktwaechter.de können Betroffene dem Marktwächter Digitale Welt ihre Inkasso-Schreiben melden.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.