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Photovoltaik zum Mieten: Kunden zahlen doppelt drauf

Pressemitteilung vom

Bequem und kostengünstig soll der Betrieb einer Miet-Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach sein, sofern man der Werbung von Anbietern glaubt. Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale zeigt: Die Wirklichkeit sieht anders aus.

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Mit Versprechen von Rundum-Sorglos-Paketen und kostengünstigen Modellen werben Anbieter von Miet-Photovoltaikanlagen um Kunden. "Im Vertrag sind aber häufig Regelungen versteckt, die den Mieter benachteiligen", warnt Photovoltaik-Experte Florian Schmölz von der Verbraucherzentrale. "In allen uns bekannten Fällen sind Mietanlagen unverhältnismäßig teuer."

Ein Anbieter verlangt das Dreifache des Anlagenwertes

Deutlich wird das an einem Vertrag für eine gemietete Photovoltaikanlage, den die Verbraucherzentrale kürzlich geprüft hat. Darin ist eine Laufzeit von 25 Jahren festgeschrieben. "Der Mietzins ist so hoch, dass er einem Kredit mit 10,61 Prozent Zinsen pro Jahr entspricht", erläutert Florian Schmölz. "Damit zahlt der Mieter für eine Anlage im Wert von 6.600 Euro am Ende mehr als 18.000 Euro." Zum Vergleich: Mit einem Kredit aus dem Förderprogramm der KfW-Bank lässt sich dieselbe Anlage beispielsweise mit 2,05 Prozent Zinsen pro Jahr vollständig finanzieren.

Kein Rundum-Sorglos-Paket

Falsch sind auch die Werbeversprechen, sich als Mieter einer Anlage um nichts kümmern zu müssen. "Das bezieht sich auf die Versicherung und die Wartung der gemieteten Anlage", erläutert Florian Schmölz. Die Verwaltungsaufgaben, die mit dem Betrieb einer Photovoltaikanlage verbunden sind, muss der Betreiber auch bei einer gemieteten Anlage selbst übernehmen. Dazu gehören etwa Abrechnungen mit dem Energieversorger und zusätzlicher Aufwand bei der Steuererklärung. "Mieter haben nicht weniger Arbeit mit ihrer Anlage als Käufer", so der Experte.

Angebote unabhängig prüfen lassen

Wer eine Photovoltaikanlage finanzieren oder mieten will, sollte verschiedene Angebote einholen und sorgfältig vergleichen. Unterstützung dabei bieten die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale. Besondere Vorsicht ist bei Mietverträgen geboten. Diese können Interessenten zusätzlich von den Energierechtsexperten der Verbraucherzentrale prüfen lassen, um Fallen im Kleingedruckten zu vermeiden.

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