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Neues Online-Angebot für mehr Durchblick bei Pillen und Pulver

Pressemitteilung vom

Das neue Online-Angebot klartext-nahrungsergaenzung.de bietet Verbrauchern Orientierung und Informationen über Risiken und Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln. Die Verbraucherzentrale fordert staatliche Zulassungsverfahren, eine öffentliche Produktdatenbank und unabhängige Informationen über Risiken der Produkte.

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Mehr als eine Milliarde Euro geben Deutsche pro Jahr für Nahrungsergänzungsmittel aus, obwohl fast alle Menschen in unserem Land mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sind.

Laut einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentrale nimmt jeder dritte Befragte Nahrungsergänzungsmittel. "Verbraucher erfahren zu wenig über diese Produkte und unterschätzen daher die Risiken", sagt Gudrun Köster, Expertin für Ernährung bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Neues Infoportal zu Nahrungsergänzungsmitteln

Mit dem Internetangebot "Klartext Nahrungsergänzung" informiert die Verbraucherzentrale über die Verkaufsschlager der Drogerien und Apotheken. Verbraucher können sich dort per Mausklick informieren, Fragen an Ernährungsexperten stellen und sich über Produkte beschweren.

Magnesiumprodukte im Test

Zum Start des Internetangebots veröffentlicht die Verbraucherzentrale eine Untersuchung über magnesiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel. Das Ergebnis: 64 Prozent der untersuchten Produkte sind überdosiert. Je nach Magnesiumkonzentration kann es dadurch schon zu Nebenwirkungen wie Durchfall und Erbrechen kommen. Viele der Produkte enthalten außerdem Vitamine und Mineralien in zu hohen Dosierungen oder ungünstigen Kombinationen. Bei 40 Prozent der im Internet vertriebenen Produkte werben die Anbieter zudem mit nicht zugelassenen Gesundheitsaussagen.

Behördliche Zulassung von Nahrungsergänzungsmitteln fehlt

Knapp die Hälfte der Verbraucher (47 Prozent) vertraut laut der Umfrage darauf, dass Nahrungsergänzungsmittel, die in Deutschland verkauft werden, vorher amtlich auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft wurden. Das ist jedoch nicht der Fall: Hersteller müssen neue Produkte lediglich anmelden.

Verbraucherzentrale fordert Politik zum Handeln auf

"Viele Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln vermitteln Verbrauchern, sie würden ihrer Gesundheit etwas Gutes damit tun. Häufig aber sind solche Produkte Geldverschwendung, manchmal sogar gesundheitsgefährdend", so Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes.

Nahrungsergänzungsmittel sind keine herkömmlichen Lebensmittel. "Wir brauchen dringend klare Regeln für sinnvolle Dosierungen und definierte Anforderungen an die Inhaltsstoffe. Wir fordern eine behördliche Sicherheitsprüfung und staatliche Zulassungsverfahren für Nahrungsergänzungsmittel", so Müller.

Zulassungspflicht und Beschwerdestelle gefordert

Damit sich Verbraucher darauf verlassen können, dass nur ge-sundheitlich unbedenkliche Produkte verkauft werden, brauche es EU-Regelungen wie Positivlisten für zugesetzte Stoffe und klare Höchstmengenregelungen. Außerdem müssten versprochene Wirkungen wissenschaftlich abgesichert sein. Solange es keine europaweiten Regelungen gibt, seien nationale Vorgaben nötig.

Die Verbraucherzentrale fordert eine Zulassungspflicht mit einer Sicherheitsprüfung für Nahrungsergänzungsmittel. Verbraucher müssten zudem in einer öffentlichen Liste im Internet sehen können, welche Produkte von den Behörden geprüft wurden. Für Beschwerden und unerwartete Wirkungen müsse zudem eine Meldestelle eingerichtet werden, an die sich Verbraucher wenden können.

Das Internetangebot www.klartext-nahrungsergaenzung.de wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

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