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Nachträgliche Wärmedämmung im Altbau - die Energieberatung der Verbraucherzentrale informiert

Pressemitteilung vom

Nachträgliche Wärmedämmung ist in norddeutschen Häusern oft einfach und günstig möglich. Dabei wird eine Hohlschicht in der Außenwand mit Dämmaterial aufgefüllt.

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Die typische Bauart norddeutscher Häuser macht eine nachträgliche Wärmedämmung mit einfachen Mitteln möglich."Das zweischalige Mauerwerk ist häufig so aufgebaut, dass die Innenmauer die statische Funktion sowie den Wärme- und Schallschutz übernimmt; die Außenschale kann individuell gestaltet werden und dient als Witterungsschutz", erläutert Carina Vogel, Expertin für Energie bei der Verbraucherzentrale. Die beiden Schalen sind mit Mauerankern verbunden und enthalten je nach Ausführung eine rund fünf Zentimeter dicke Luftschicht und eine für heutige Standards zu geringe Wärmedämmung von etwa zehn Zentimetern.

Luftschicht ist ein Geschenk für die nachträgliche Wärmedämmung

Mit wenig Geld und geringem Aufwand lassen sich solche Häuser schnell und sauber dämmen, ohne dass sie ihr "Gesicht" verlieren. Die Luftschicht wird dabei mit Dämmmaterial befüllt. So geht deutlich weniger Wärme durch die Außenwände verloren. "Mehr als zehn Prozent der Heizkosten lassen sich damit einsparen", so Vogel. Pro Quadratmeter Wandfläche ist eine nachträgliche Kerndämmung je nach Material ab 30 Euro zu haben.

Viele verschiedene Dämmmaterialien auf dem Markt

Dabei kommen viele verschiedene Materialien infrage. Wichtig ist dabei: Wärmedämmstoffe müssen entweder den europäischen Normen entsprechen oder bauaufsichtlich zugelassen sein. Der Handel bietet verschiedene mineralische Blähglas-Granulate, Polystyrol-Kügelchen, aufgeblähtes Lavagestein, Steinwolle, Nano- oder Aerogele sowie Dämmschäume, aber auch nachwachsende Rohstoffe wie Holzfaser, Zellulose, Hanf oder Seegras.

Nicht jede Wand ist geeignet

Wer über eine nachträgliche Dämmung nachdenkt, sollte zunächst von einem Fachmann prüfen lassen, ob sich der Hohlraum für eine Kerndämmung eignet. Wird eine Förderung der KfW-Bank in Anspruch genommen, muss ein Sachverständiger die Maßnahme bewerten. Mit Bohrungen in die Mauerwerksfugen der Fassade kann er per Sonde Einblick in diese verborgene Schicht nehmen.

So kommt die Dämmung in die Wand

Das Dämmmaterial wird von außen durch kleine Öffnungen unter Druck in die Luftschicht eingeblasen und gleichzeitig verdichtet. Anschließend werden die Löcher mit Mörtel verschlossen. Ob die Dämmung fachgerecht ausgeführt wurde, kann man von außen nicht sehen. "Das lässt sich aber in der folgenden Frostperiode mit Wärmebildern (Thermografie-Nachweis) dokumentieren," sagt Carina Vogel. Einen solchen Nachweis sollten Hausbesitzer von ihrem ausführenden Fachbetrieb verlangen. "Firmen, die von Ihrer Arbeit überzeugt sind, werden sich darauf einlassen", sagt die Expertin.

Mehr Informationen zum Thema Wärmedämmung und rund ums Energiesparen erhalten Sie bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.