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Medienkompetenz: Nicht ohne umfassende und langfristige Förderung!

Pressemitteilung vom

Die Diskussion im Schleswig-Holsteinischen Landtag ist groß - mindestens so groß wie die Fragen um die Zukunft der Medienkompetenzförderung. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein bezieht im Diskurs eine klare Position.

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Politik, Wirtschaft, Kultur und Soziales: In fast allen Lebensbereichen greifen Verbraucher auf digitale Medien zurück. Laut einer Studie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) nutzen 87% der Deutschen zur Informationsbeschaffung Online-Suchmaschinen. 67% lesen Online-Nachrichten und 62% sind im Internet aktiv, um Preise zu vergleichen. Und die mobile Internetnutzung steigt stetig an. Dennoch ist die Zukunft der Förderung von Medienkompetenz in Schleswig-Holstein gerade gefährdet.

Denn: Nach derzeitigem Stand fehlen beispielsweise der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein künftig jegliche Mittel, Medienkompetenzprojekte zu fördern. Von diesen Kürzungen ist die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (vzsh) mit ihrem Projekt "Als Verbraucher im Netz – Medien machen Schule", einem Kooperationsprojekt mit dem Landeszentrum für Datenschutz (ULD), Polizei und dem IQSH, ebenfalls betroffen.

"Besonders für junge Menschen ist es geradezu notwendig, einen kritischen und kompetenten Überblick über die Medienmassen zu behalten. Wenn Informationen immer häufiger über digitale Medien verbreitet werden, dann müssen Schüler und Studenten auch mit diesen Medien umgehen und die Informationen selektieren können", so Stefan Bock, Geschäftsführer der vzsh. "Der Medienkompetenzförderung nicht ausreichend Beachtung zu schenken, wäre eine weitreichend fatale Entscheidung", fasst Bock zusammen.

Die Verbraucherzentrale fordert daher, dass eine umfassende Medienkompetenzförderung über alle fachlichen Aspekte hinweg sichergestellt wird. Dabei darf das Augenmerk nicht weiter auf einer punktuellen Förderung von Projekten liegen. Vielmehr müssen die Ressourcen für Kooperationen verschiedener Institutionen, die jeweils ihre fachliche Perspektive einbringen, dauerhaft gewährleistet sein.

Unsere Forderungen zusammengefasst:

• Die Förderung von Medienkompetenz in Schleswig-Holstein muss dauerhaft und umfassend sichergestellt werden.

• Lernen fürs Leben in der digitalen Welt erfordert Qualitätsstandards.

• Medienkompetenz gehört mit allen Facetten in die Schule.

Darüber hinaus steht die Kürzung in Schleswig-Holstein im Widerspruch zu anderen politischen Entscheidungen. Denn Bund und Länder wollen 2016 ihre Aktivitäten zum Thema digitaler Wandel in der Bildung verstärken.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) entwickelt dazu eine umfassende Strategie zur "Bildung in der digitalen Welt" und hat Fachverbände, darunter auch den Verbraucherzentrale Bundesverband, zur Mitberatung aufgefordert. Das Modell der KMK soll die Grundlage für die Überarbeitung von Lehr- und Rahmenplänen darstellen, sodass digitale Inhalte ein grundsätzlicher Bestandteil von Unterricht werden.

Die Landesregierung Schleswig-Holstein selbst hat im März 2016 beschlossen, eine "Digitale Agenda für Schleswig-Holstein" zu erarbeiten. Zur Erarbeitung dieser Agenda führte die Landesregierung Fachdialoge mit verschiedenen Akteuren. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ist schon frühzeitig um Mitwirkung gebeten worden. So war sie eingebunden im Strategieworkshop "Digitale Agenda Schleswig-Holstein" in der Staatskanzlei sowie an den Hauptarbeitsgruppen "Lernen in der digitalen Welt" (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein, IQSH) und "Medienkompetenz und Teilhabe" (Sozialministerium).

Als Experten für alle Verbraucherthemen im Netz und als Marktwächter Digitale Welt, steht die Verbraucherzentrale Vertretern aller Fraktionen für einen Dialog hierüber gerne zur Verfügung.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.