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Sattmacher statt Superfood: Food-Trends in der Krise

Pressemitteilung vom

Tütensuppe, Doseneintopf, kiloweise Nudeln, Mehl und Reis: So sehen die aktuellen Ernährungstrends in der Coronakrise aus. Vergessen sind Superfood, Clean Eating und alternative Proteine. Gekauft wird, was satt macht und wenig kostet. 

Konserven in Dosen
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In Krisenzeiten wandelt sich das Wertebewusstsein im Handumdrehen. Das zeigt sich seit einigen Wochen vor allem beim Einkaufen. Wie eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes zeigt, sind die Verkaufszahlen für Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Mehl und Reis im März zum Teil um mehr als 200 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Laut einer aktuellen Konsumstudie haben 43 Prozent der Befragten Vorräte angelegt. 29 Prozent berichteten von Panikstimmung beim Einkaufen. Hamsterkäufe haben dem Handel im Vergleich zur Vorjahreswoche ein Umsatzplus von 200 Prozent beschert. Der Run auf alternative Proteinquellen und Superfood ist dabei längst vergessen. Gefragt sind plötzlich einstige Ladenhüter wie Tütensuppen, Eintöpfe und Würstchen in Dosen, aber auch Gemüse-, Obst- und Fischkonserven. 

Frisches Obst und Gemüse statt Pillen und Pulver

Doch gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, sich abwechslungsreich und ausgewogen zu ernähren. „Um das Immunsystem zu unterstützen, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin frische Lebensmittel kaufen“, sagt Ernährungsexpertin Saskia Vetter von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Nahrungsergänzungsmittel bieten keinen Schutz gegen das Coronavirus. Sie sind in der Regel unnötig. „In manchen Fällen können solche frei verkäuflichen Pillen und Pulver sogar schaden, weil bestimmte Inhaltsstoffe zu hoch dosiert sind oder es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommt“, erläutert Saskia Vetter. Kritisch wird es vor allem, wenn Nahrungsergänzungsmittel als Ersatz für Obst und Gemüse dienen sollen. Frisches Obst und Gemüse enthält neben der optimalen Dosis an Vitaminen und Mineralstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Wochenmärkte bieten die Möglichkeit, frische Produkte aus der Region zu kaufen und dabei selbst aus dem Haus zu kommen. Die wichtigen Sicherheitsabstände gegen die Ansteckungsgefahr lassen sich im Freien oft leichter einhalten als zwischen Supermarktregalen. 

Tipps für Einkauf und Lieferungen

Für den restlichen Einkauf empfiehlt es sich, eine Liste zu machen. So ist der Einkauf zügig erledigt und der Aufenthalt im Geschäft lässt sich kurz halten. Wer gerne kocht, findet in Online-Kanälen unter dem Hashtag #stayathomeandcook tolle Rezeptideen um Neues auszuprobieren. Lieferdienste und Restaurants können Abwechslung in den Speiseplan bringen. Die lokale Gastronomie leidet unter der Krise und freut sich über Unterstützung. Wer die Möglichkeit hat, kann das Essen nach telefonischer Bestellung selbst abholen und damit gleich einen Spaziergang verbinden.

Tipps, Musterbriefe und Unterstützung für Verbraucher*innen

Unter der Servicenummer 0431 / 590 99 40, per Kontaktformular oder Email an info@vzsh.de bietet die Verbraucherzentrale Betroffenen Rat und Unterstützung. Hier stehen täglich aktualisierte Informationen zu den Folgen der Corona-Pandemie für Verbraucher*innen (z.B. zu Stornierungen von Reisen oder kostenpflichtigen Veranstaltungen) zur Verfügung.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.