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Expertenrunde diskutiert über Transparenz bei Nahrungsergänzungsmitteln

Experten aus Politik, Verwaltung, Forschung sowie Arzneimittel- und Lebensmittelüberwachung trafen sich gestern zu einem Informations- und Meinungsaustausch über Nahrungsergänzungsmittel bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Dabei wurde unter anderem die Forderung der Verbraucherschützer nach gesetzlich festgelegten Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln rege diskutiert.

Löffel mit Tabletten zum Frühstück

Nahrungsergänzungsmittel

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Verbraucher wenden sich regelmäßig mit Fragen und Beschwerden zu Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitaminpillen oder Gelenkkapseln an die Verbraucherzentrale. Viele Menschen versprechen sich von diesen Mitteln mehr Gesundheit und Leistungsfähigkeit oder sogar Schmerzlinderung – so wie es die Werbung darstellt. Deshalb beschäftigt sich ein Gemeinschaftsprojekt der Verbraucherzentralen seit zwei Jahren mit den Fragen, wie Nahrungsergänzungsmittel wirken, aus welchen Inhaltsstoffen sie zusammengesetzt sind und was die Werbung verspricht. Dieses Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Viele Fragen und Beschwerden von Verbrauchern
„Wir bekommen zunehmend Einblicke in den bundesweiten Markt der Nahrungsergänzungen. Mit Testkäufen und Produktvergleichen decken wir Missstände auf und gehen Beschwerden von Verbrauchern nach“, so Ernährungsexpertin Gudrun Köster. Teil des Projektes ist das Online-Portal „Klartext Nahrungsergänzung“. Dort können sich Verbraucher über Nahrungsergänzungsmittel beschweren, erhalten Informationen zu Produkten, Wirkungen und Risiken sowie Antworten von Experten auf ihre Fragen.

Pillen und Pulver können auch schädlich sein
Auf Einladung der Verbraucherzentrale diskutierten Experten gestern darüber, wie sich bei Nahrungsergänzungsmitteln Transparenz für Verbraucher erreichen lässt. Die Verbraucherzentrale fordert gesetzlich festgelegte Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungen. „Außerdem brauchen wir eine Positivliste für pflanzliche Inhaltsstoffe mit Angaben zu erlaubten Bestandteilen und der richtigen Dosierung. Nur weil etwas pflanzlich ist, muss es noch lange nicht unbedenklich sein“, so Gudrun Köster. Alle Experten sehen die Notwendigkeit von Informations- und Bildungsangeboten für Verbraucher im Hinblick auf Nahrungsergänzungsmittel.

Schulterschluss für Transparenz und Verbraucherschutz
Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein setzt sich für eine landesweite Zusammenarbeit ein, um Verbraucher auf allen Ebenen besser zu informieren und zu schützen. „Diesem Ziel sind wir mit der heutigen Veranstaltung einen großen Schritt näher gekommen. Ich freue mich über den regen Austausch und viele wertvolle Anregungen, die eine gute Basis für die weitere Vernetzung bilden“, sagt die Ernährungsexpertin. An der Forderung nach einer wirksamen Regelung und Kontrolle des Marktes für Nahrungsergänzungen hält die Verbraucherzentrale fest. Initiativen auf Landeseben können diese nicht ersetzen, aber ergänzen.

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