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Kredit widerrufen trotz Ablehnung der Bank

Pressemitteilung vom

Widerrufsbelehrungen der Sparkassen aus der Zeit von etwa 2004 bis 2008 mit der Fußnote "Bitte Frist im Einzelfall prüfen" sind falsch.

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In den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein häufen sich Anfragen von Bankkunden, die versucht haben, Darlehen mit falschen Widerrufsbelehrungen zu widerrufen. Bis zum 21. Juni 2016 hatten Kreditnehmer rechtlich die Möglichkeit dazu – ein Weg, aus einem alten Darlehensvertrag mit hohen Zinsen herauszukommen und mit günstigeren Bedingungen neu abzuschließen.

Banken lehnen den Widerruf ab

Jetzt melden sich viele Verbraucher, deren Bank den Widerruf abgelehnt hat. Michael Herte, Referent für Finanzdienstleistungen, und sein Team bei der Verbraucherzentrale schauen sich in diesen Fällen die Vertragsunterlagen genau an und beraten zum weiteren Vorgehen. Dank einer neuen Entscheidung des Bundesgerichtshofes fällt es bei Darlehensverträgen der Sparkassen aus den Jahren 2004 bis 2008 leicht, einen Rat abzugeben.

Die Fußnote zählt

Wenn in der Widerrufsbelehrung eine Fußnote mit dem Hinweis "Bitte Frist im Einzelfall prüfen" steht, kann die Sparkasse den Widerruf kaum verwehren, sagt Herte. Der Bundesgerichtshof hat diese Belehrung als falsch beurteilt, denn die Fußnote in Verbindung mit dem Rest des Textes ist nicht eindeutig und umfassend. Auch bei Widerrufs-Streitigkeiten mit anderen Ban-ken kann die Verbraucherzentrale mit der Erfahrung aus mehreren tausend geprüften Darlehensverträgen helfen. Weitergehende Informationen zum Urteil des Bundesgerichtshofs finden Sie hier.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.