Ihr gemeinnütziger Verein für Information, Beratung, Bildung und Interessenvertretung.

Themen: Geld & Versicherungen | Digitale Welt Lebensmittel | Umwelt & Haushalt Gesundheit & Pflege | Energie | Reise & Mobilität | Verträge & Reklamation

Kieler Woche 2016 – Ahoi!

Pressemitteilung vom

Rechtsfragen zur Kieler Woche

Off

Wie jedes Jahr in der letzten Juniwoche startet auch jetzt wieder das weltweit größte Segelsportereignis: die Kieler Woche. Während sich die einen auf gute Musik, kulinarische Köstlichkeiten und das maritime Flair freuen, eifern andere der Windjammerparade entgegen. Aber wie sieht es eigentlich mit Ihren Rechten aus: Gibt es einen Widerruf für auf der Kieler Woche gekaufte Produkte? Wie sieht es mit der Gewährleistung aus? Und woher weiß ich als Allergiker, welches Gericht ich essen darf?

Widerruf von Waren:

Bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen hat der Verbraucher ein Widerrufsrecht, auf das ihn der Händler hinweisen muss. Fraglich ist, wann ein Verkaufsstand als Geschäftsraum anzusehen ist. Dies soll laut des umstrittenen Urteils des Landgerichts Freiburg (Urteil v. 22.10.2015, Az.: 14 O 176/15) davon abhängen, ob der Händler sein Gewerbe für gewöhnlich an solchen Ständen aus-übt oder nicht. Folglich besteht ein Widerrufsrecht nicht, wenn der Unternehmer sein Gewerbe ständig oder gewöhnlich auf solchen Messeständen wie auf der "KiWo" ausübt – dies dürfte wohl überwiegend zu bejahen sein, sodass dann kein Widerruf möglich ist. Treffen Sie daher keine voreilige Kaufentscheidung!

Gewährleistung bei mangelhafter Ware:

Wenn die Ware mangelhaft ist, hat der Käufer einen Anspruch auf Nachbesserung. Dies gestaltet sich manchmal jedoch schwierig, wenn der Mangel erst nach dem Ende der Kieler Woche zu Tage tritt und von dem Händler weit und breit keine Spur mehr ist. Die Verbraucherzentrale rät dazu, sich frühzeitig über den Verkäufer zu informieren, um später sein Recht auch durchsetzen zu können. Wichtig sind in diesem Zusammenhang der Name sowie die Anschrift des Unternehmens. Nicht selten haben die Unternehmen ihren Sitz im Ausland, was die Durchsetzung der Ansprüche erschwert.

Allergenkennzeichnung:

Leckere Düfte verlocken nicht nur auf dem internationalen Markt zum Essen, doch die bunte Vielfalt kann für Allergiker ein Problem sein. Seit Anfang des vergangenen Jahres müssen deshalb auch bei losen Waren, in Gaststätten und Imbissbuden die Informationen zu allergenen Bestandteilen vorgehalten werden. Wenn die Angaben mündlich erfolgen, so muss auf Nachfrage für jedes Gericht diese Information in schriftlicher Form vorhanden und einsehbar sein. Dem Genuss steht dann nichts mehr im Wege.

Feiern Sie schön und genießen Sie die Windjammerparade!

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.