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Inkassogebühren: zu hoch, zu uneinheitlich

Pressemitteilung vom

Das Problem unangemessener Inkassoforderungen ist für die Verbraucherzentralen noch lange nicht gelöst. In einer bundesweiten Aktion stellen die Verbraucherschützer gezielt die Gebührenpraxis der Inkassounternehmen auf den Prüfstand.

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"Bislang gibt es noch keine klare Regelung, was Inkassodienste konkret abrechnen dürfen", sagt Boris Wita, Jurist der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Bis zum 30. Juni werden in den Beratungsstellen in Kiel, Flensburg, Heide, Lübeck und Norderstedt Beschwerden erfasst und ausgewertet. "Wir bitten Betroffene den Beratern vor Ort ihren Fall zu schildern und Unterlagen mitzubringen. Nur so können wir Politik und Aufsichtsbehörden gezielt auf Missstände hinweisen", so Boris Wita.

Anlass für die aktuelle Untersuchung sind die Ergebnisse einer Verbraucherbefragung zum Thema Inkasso im vergangenen Jahr. Dabei fiel auf: Inkassounternehmen verlangen häufig nicht nachvollziehbare Gebühren. Für einfache oder standardisierte Zahlungsaufforderungen stellen sie Betroffenen oft zu hohe Beträge in Rechnung. Und die Gebühren für die Inkassotätigkeit wurden nicht einheitlich berechnet. Die Verbraucherschützer wollen deshalb wissen: Wie setzen sich die Kosten zusammen? Welche Gebühr legen die Inkassofirmen zugrunde und welche Gesamtkosten (offener Rechnungsbetrag plus Gebühren) werden Verbrauchern in Rechnung gestellt?

Paradebeispiele finden sich oftmals im Bereich Telekommunikation: So werden etwa von einem Inkassounternehmen die Entgelte angemahnt, die durch vermeintlich genutzte Telefonauskünfte entstanden sein sollen. Diese liegen Jahre zurück und aus einem Betrag von ursprünglich 1,51 Euro werden dann plötzlich mit Mahnkosten und Verzugszinsen 37,66 Euro.

Verbraucher können ihre Erfahrungen mit Inkassounternehmen und die dazugehörigen Dokumente auch bis Ende Juni per Post senden an: Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, Stichwort "Inkassokosten", Andreas-Gayk-Straße 15, 24103 Kiel oder per E-Mail an recht@vzsh.de.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.