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Neuerungen im EEG fördern Solarstrom

Pressemitteilung vom

Am 1. Januar 2021 sind Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft getreten. Das EEG regelt die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wie Solarenergie und Windenergie. Die neuen Regelungen sollen die Erzeugung von umweltfreundlichem Strom und den Klimaschutz voranbringen. Vorteile hat das für Verbraucher:innen, die eine Photovoltaikanlage haben oder demnächst eine anschaffen wollen.

Solaranlage
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Der Netzanschluss kleiner Sonnenstrom-Anlagen ist jetzt ohne Verzögerung möglich, denn Stromnetzbetreiber sind dazu verpflichtet. Reagiert ein Netzbetreiber nicht unverzüglich mit einem Zeitplan auf den Antrag eines Verbrauchers, darf dieser seine Anlage (bis 10,8 kWp) spätestens nach einem Monat anschließen. Wer den erzeugten Sonnenstrom aus seiner Photovoltaik-Anlage nutzt, zahlt nun keine EEG-Umlage mehr für den Eigenverbrauch, wenn weniger als eine Höchst-Spitzenleistung von 30 Kilowattpeak (kWp) installiert sind. Vorher lag die Grenze bei 10 kWp. Zum Vergleich: Für jede gelieferte Kilowattstunde Strom aus dem Netz zahlen Verbraucher 6,5 Cent EEG-Umlage. 

eigener Ökostrom für E-Mobil und Wärmepumpe

Eine Photovoltaik-Anlage in Deutschland erzeugt pro Jahr je nach Sonneneinstrahlung und Jahreszeit durchschnittlich 1.000 kWh Strom pro installiertem kWp. Für einen kWp benötigt man etwa sechs bis acht Quadratmeter Dachfläche. Für ein Einfamilienhaus eignen sich fünf bis zwölf kWp. Das EEG soll zu mehr Erzeugung von grünem PV-Strom im privaten Umfeld anregen, um beispielsweise das eigene E-Auto und die Wärmepumpe mit ausreichend eigenem Ökostrom zu versorgen.

Förderung von Mieterstrom

Ziel des EEG ist es, bis zum Jahr 2030 die Menge an produziertem Solarstrom zu verdoppeln. Damit auch Mieter und Wohnungseigentümer den Strom aus der Sonne nutzen können, erhalten sie mit dem Mieterstromzuschlag eine höhere Förderung. Das EEG gewährt die Mieterstromförderung auch für Photovoltaikanlagen, die außerhalb eines Gebäudes liegen und ihren Strom an Bewohner in der Nachbarschaft liefern.

Keine Förderung mehr für 20 Jahre alte Photovoltaikanlagen

Für Sonnenstrom-Anlagen, die 2001 oder früher ans Netz gegangen sind, gibt es jetzt keine Förderung mehr. Betroffene Betreiber können weiterhin Strom ins öffentliche Netz einspeisen und erhalten dafür den „Jahresmarktwert Solar“. Dieser hängt vom Börsenstrompreis ab und beträgt zwischen zwei bis vier Cent pro Kilowattstunde. Die Übergangsregelung gilt bis 2027. 

Energieberatung bei der Verbraucherzentrale

Für Fragen zum EEG, zur Photovoltaikanlage oder zum Mieterstrom stehen die Energieberater der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zur Verfügung. Beratungstermine für den Eignungs-Check-Solar sowie weitere Energie-Checks (30 Euro) und telefonische Beratung (kostenfrei) gibt es unter der Servicenummer 0431-590 99-40. Mit der Online-Beratung und Telefon-Hotline (0800 – 809 802 400, kostenfrei aus allen Netzen) bietet die Verbraucherzentrale die Möglichkeit, Fragen rund um die Themen Energie sparen, Heizungstausch, Sanieren und Bauen, Förderungen sowie Nutzung von erneuerbaren Energien mit hoch qualifizierten Fachleuten zu besprechen. Bei den kostenfreien interaktiven Online-Vorträgen der Energieberatung können Teilnehmer vom Sofa aus Live-Vorträge von Energieberatern verfolgen und Fragen stellen.

Umfangreiche Informationen zum Thema Mieterstrom sowohl für Mieter:innen als auch Hauseigentümer finden Sie auf unserer Projektwebsite „Durchblick Energiewende“.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.