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Klimapaket: Risiko von Fehlinvestitionen bei Heizungen

Pressemitteilung vom

Für Hausbesitzer setzt das Klimapaket der Bundesregierung nach Auffassung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein falsche Anreize. Die angekündigte Austauschprämie mit einer Förderung von 40 Prozent für neue Ölheizungen birgt das Risiko von Fehlinvestitionen bei der Modernisierung von Heizungsanlagen. Denn sinnvoll ist zunächst eine Verringerung des Energieverbrauchs durch Sanierungsmaßnahmen.

Nahaufnahme Heizungsthermostat
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In Deutschland gibt es rund 20,7 Millionen Heizungsanlagen, davon 5,5 Millionen Ölheizungen. Fast alle dieser Anlagen sind veraltet, das heißt sie arbeiten nicht effizient, verschwenden kostbaren Brennstoff und produzieren zu viel CO2. Dasselbe gilt für die meisten Gasheizungen, die älter sind als 15 Jahre. Darüber hinaus sind viele Heizungsanlagen überdimensioniert, also zu groß bemessen für den Wärmebedarf des Hauses. Das zeigen Erfahrungen aus der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Für viele Hausbesitzer steht in den kommenden Jahren die Modernisierung der Heizung an. Hier reichen die Möglichkeiten vom Austausch der alten Öl- oder Gasheizung gegen eine neue, effizientere Variante bis hin zur Nutzung von erneuerbaren Energien. 

Preise für Öl und Gas werden steigen

„Wer sich bei der Entscheidung für eine neue Heizung nur von finanziellen Anreizen wie einer Austauschprämie leiten lässt, riskiert Fehlinvestitionen“, sagt Energie-Expertin Margrit Hintz von der Verbraucherzentrale. Denn: Die Mehrheit der Wissenschaftler ist überzeugt, dass die beschlossenen Maßnahmen im neuen Klimapaket nicht ausreichen, um die Klimaziele für 2030 und 2050 zu erreichen. Sie können nur ein erster Schritt sein. „Verbraucher müssen sich darauf einstellen, dass die Preise für CO2 und damit für fossile Brennstoffe wie Öl und Gas in den nächsten Jahren stetig steigen werden“, so Margrit Hintz. Der Wärmebedarf von Gebäuden muss außerdem drastisch sinken und die Nutzung erneuerbarer Energien für die Wärmegewinnung erheblich zunehmen. „Das alles sollten Hausbesitzer bei Planung ihrer neuen Heizung berücksichtigen, damit die neue Heizung für die nächsten 15 bis 20 Jahre die nötigen Anforderungen erfüllt und im Betrieb nicht zu teuer wird.“

Wärmebedarf senken und passende Heizung planen

Vor der Entscheidung für eine neue Heizung sollten Hausbesitzer von einem Energieberater prüfen lassen, wie sich der Wärmebedarf kostengünstig senken lässt und welche Maßnahmen dafür sinnvoll sind. Auf dieser Grundlage ist eine fundierte Entscheidung möglich, wie die erforderliche Wärme nachhaltig erzeugt werden soll. Die Energieberater der Verbraucherzentrale kommen für einen Gebäude-, Heiz- oder Solareignungs-Check ins Haus. Sie prüfen den Strom- und Heizenergieverbrauch, sehen sich die Gebäudesubstanz und die Heizungsanlage an. In einem schriftlichen Bericht erhalten Eigenheimbesitzer eine Einordnung der Daten und Empfehlungen für Sanierungsmaßnahmen. Wer Kostenvoranschläge von Handwerkern eingeholt hat, kann sich diese an 22 Standorten in Schleswig-Holstein von den Energieberatern der Verbraucherzentrale erläutern lassen und Entscheidungshilfen erhalten.
 

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