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Digitale Revolution im neuen Jahrzehnt ermöglicht mehr Unabhängigkeit

Pressemitteilung vom

Das kommende Jahrzehnt wird für Verbraucher*innen viele neue digitale Angebote bringen. Wer die Spielregeln kennt, kann vom Wandel der Finanz- und Energiebranche profitieren und sich von den Interessen der Anbieter unabhängiger machen. Dabei wird das Wissen über digitale Märkte immer wichtiger, um Risiken und Kostenfallen zu vermeiden. 
 

Digitale Matrix und Händeschütteln
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Traditionelle Banken schließen Zweigstellen, verlangen immer mehr Gebühren für die Kontoführung und bieten kaum noch Zinsen für Sparer. „Die Bank- und Sparkassengebühren sind seit 2015 deutlich schneller gestiegen als die Verbraucherpreise“, sagt Michael Herte, Referatsleiter für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Erste Banken gehen schon einen Schritt weiter und haben angekündigt, von neuen Kunden künftig Verwahrentgelte für große Summen auf dem Konto zu verlangen. In dem Fall müssten Sparer ihre Bank dafür bezahlen, dass sie die Ersparnisse aufbewahrt und verwaltet. Für Verbraucher werden Online-Banken mit ihren Angeboten für gebührenfreie Konten und Kreditkarten damit interessanter.

Neue digitale Geldanlageformen entstehen

Zugleich werden digitale Finanzdienstleistungen günstiger und praktischer. Die Einführung der Zahlungsdienst-Richtlinie (PSD 2) hat es einfacher gemacht, Dienste zur Sofortüberweisung im Internet zu nutzen. Der digitale Geldtransfer ist mit der Richtlinie sicherer geworden und die Rechte der Verbraucher wurden gestärkt. So dürfen Händler zum Beispiel für eine Zahlung per Kreditkarte keine gesonderten Gebühren mehr verlangen. „Digitale Angebote werden im kommenden Jahrzehnt auch bei der Geldanlage eine zunehmend wichtige Rolle spielen“, so Michael Herte. Mit Kryptowährungen auf der Basis von Blockchain, also unveränderbaren Datenbanken im Internet, lässt sich Geldvermögen künftig digitalisieren. „Das ermöglicht völlig neue Formen der Geldanlage und bietet Verbrauchern die Möglichkeit, unabhängig von Banken mit Vermögenswerten zu handeln.“ Die Grundlagen sind bereits geschaffen: Seit Januar 2020 können Anbieter digitaler Geldanlagen bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Lizenz erhalten, um Kryptowährungen verwahren zu dürfen. „Zweifellos wird die digitale Revolution auch Risiken und Probleme mit sich bringen“, so Michael Herte. „Als Verbraucherzentrale beobachten wir diese Entwicklung kritisch und informieren darüber, ob und wie sich neue Angebote sicher nutzen lassen.“

Geld sparen mit der Energiewende?

Digitale Neuerungen spielen auch bei der Energieversorgung eine zunehmend wichtige Rolle. „Um die Energiewende zu schaffen, braucht es eine breite Akzeptanz. Das funktioniert am besten, wenn Verbraucher finanziell profitieren“, sagt Tom Janneck, Leiter des Projektes „Verbraucher in der Energiewende“ bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Neben der Möglichkeit, klimafreundlichen Strom selbst produzieren, nutzen und einfach vermarkten zu können, sind variable Stromtarife ein Weg, um auch Mieter und Haushalte mit kleinen Einkommen daran teilhaben zu lassen. „Ein erster Schritt dorthin ist die bevorstehende Einführung der Smart Meter“, so Tom Janneck. Das intelligente Messsystem bildet einen Baustein für einen sicheren und schnellen Austausch der dazu notwendigen Informationen und ermöglicht so erst die Nutzung variabler Stromtarife. „Wir erwarten, dass die Kosteneinspareffekte auf Seiten der Netz- und Messstellenbetreiber auch an die Verbraucher weitergegeben werden und entsprechende Tarife angeboten werden.“ 
Die Verbraucherzentrale beobachtet den Markt und bietet Information und Beratung für Verbraucher, um ihre Interessen zu schützen und sie mit den Chancen und Risiken der neuen Angebote vertraut zu machen.
 

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