Ihr gemeinnütziger Verein für Information, Beratung, Bildung und Interessenvertretung.

Themen: Geld & Versicherungen | Digitale Welt Lebensmittel | Umwelt & Haushalt Gesundheit & Pflege | Energie | Reise & Mobilität | Verträge & Reklamation

Das bedeutet die Vogelgrippe für Verbraucher

Pressemitteilung vom

In Schleswig-Holstein breitet sich die Vogelgrippe aus. Welche Folgen das für Verbraucher und Hobby-Geflügelhalter hat, erklärt Gudrun Köster, Expertin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Off

Dürfen Eier als Bio- oder Freilandeier noch verkauft werden, wenn die Tiere derzeit Stallpflicht haben?

Gudrun Köster:

"Bio-Eier bleiben Bio trotz der Stallpflicht. Bei der Biohaltung gelten besondere Bestimmungen nicht nur für den Auslauf im Freien, sondern auch für Futter, Arzneimittel und Bewegungsfreiheit.

Anders ist es bei Freilandeiern. Wenn die Hühner länger als zwölf Wochen im Stall gehalten werden, dürfen die Bauern ihre Eier nicht mehr als Freiland-Eier bezeichnen. Das sind dann Eier aus Bodenhaltung."

Kann man Eier weiterhin ohne Bedenken essen?

"Bisher gibt es keine Belege dafür, dass sich Menschen mit dem

aktuellen Grippe-Virus angesteckt haben könnten, weil sie Eier oder Fleisch von infiziertem Geflügel gegessen haben. Wer sich an die üblichen Hygieneregeln hält, ist demnach auf der sicheren Seite. Das heißt: Hände gründlich waschen, rohe Eier getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren und Eier nur durchgart essen."

Gibt es Einschränkungen beim Genuss von Geflügelfleisch?

"Nein. Grundsätzlich sollte Geflügelfleisch vor dem Verzehr gut durchgegart werden. Tiefgekühltes Geflügel sollten Verbraucher getrennt von anderen Lebensmitteln auftauen lassen, die Auftauflüssigkeit und die Verpackung danach zügig entsorgen. Messer und Oberflächen sollten immer gründlich gereinigt werden."

Welche Regeln gelten für private Geflügelhalter?

"Derzeit gilt in ganz Schleswig-Holstein die Stallpflicht für Geflügel – das betrifft auch private Geflügelhalter. Sie müssen sich außerdem an verschärfte Hygiene-Regeln halten. Ställe dürfen nur mit spezieller Schutzkleidung betreten werden, der Ankauf neuer Tiere ist zurzeit verboten. Dazu kommen verschiedene Auflagen für die Desinfektion. Verdachtsfälle müssen private Halter unverzüglich dem Veterinäramt des Landkreises oder der kreisfreien Stadt melden.

Der Verstoß gegen die Stallpflicht, Hygieneregeln und alle weiteren verschärften Auflagen kann im Übrigen teuer werden: Es drohen Bußgelder bis zu 30.000 Euro und zivilrechtliche Schadensersatzforderungen, die noch darüber hinausgehen können. Geflügelhalter sollten sich also genau über die aktuellen Vorschriften informieren und sich unbedingt daran halten."

Die genauen Verhaltensregeln für Hobby-Geflügelhalter finden Sie hier.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.