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Care Energy and who really takes care

Pressemitteilung vom

Was passiert mit Verbrauchern, wenn sich Stromanbieter und Netzbetreiber streiten

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In der Presse hat man über den Ökostromanbieter Care Energy schon einiges gelesen. Nun kommen auch verunsicherte Verbraucher in die Beratung der Verbraucherzentralen. Sie haben erfahren, dass sie in die Grundversorgung bzw. Ersatzversorgung der örtlichen Grundversorger gefallen sind. Grund hierfür sind Unstimmigkeiten zwischen dem Energieversorger Care Energy und den Netzbetreibern. "An dieser Stelle schon mal die gute Nachricht: Im Dunkeln muss niemand sitzen. Denn selbst wenn ein Billiganbieter Pleite geht oder ihm der Durchleitungsvertrag mit dem Netzbetreiber gekündigt wird, übernimmt automatisch der örtliche Grundversorger die Energiebelieferung" so Joanna Batista, Rechtsreferentin der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, "die schlechte Nachricht dabei, die Grundtarife sind grundsätzlich die teuersten. Zudem bleibt die Unsicherheit, wie man sich nun als Kunde verhalten soll und welche Kosten möglicherweise auf ihn zukommen."

In einigen Gebieten versucht Care Energy, die Belieferung über einen Um-weg wieder aufzunehmen, da die Verträge mit den Netzbetreibern gekündigt wurden. Dazu sollen Kunden neue Allgemeine Geschäftsbedingungen unterschreiben oder sich auf einem Online-Portal registrieren, um dem Unternehmen Vollmachten zu erteilen, in ihren Namen weitere Verträge abzuschließen. "Die Verbraucherzentrale warnt dringend davor, dieser Aufforderung nachzugehen", so Batista weiter, "denn wie woanders auch, sollte man hier ebenfalls mit Vollmachtserteilungen vorsichtig sein. Im schlimmsten Fall kann man nicht mehr überblicken, welche Verträge für einen abgeschlossen wurden und welche Konsequenzen dies mit sich führt."

Wer aufgrund eines Lieferstopps in die Ersatzversorgung gefallen ist, kann diese auch einfach dadurch beenden, dass er seinen Vertrag mit Care Energy kündigt (Musterbrief). Erbringt ein Lieferant seine Leistung nicht mehr, haben Kunden ein außerordentliches Kündigungsrecht. "Wir raten Verbrauchern dazu, sich rechtlich abzusichern und dem Lieferanten eine Frist von zwei Wochen zur Wiederaufnahme der Lieferung zu setzen und zum Ablauf der Frist vorsorglich zu kündigen" führt Batista weiter aus, "Gerade bei Care Energy gibt es aber eine Besonderheit: In vielen Fällen haben Verbraucher gleich zwei Verträge abgeschlossen, einen für die Energieversorgung und einen für so genannte Energiedienstleistungen. Verbraucher sollten also stets darauf achten, alle bestehenden Verträge zu kündigen."

Generell bleibt auch immer die Möglichkeit eines Anbieterwechsels, die Verbraucher im Auge behalten sollten. Dazu können sich Verbraucher auch in der Verbraucherzentrale beraten lassen.

Bitte beachten Sie auch die Pressemitteilung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) vom 03.08.2016: "vzbv mahnt Care-Energy Management ab - Preisrechner gibt nicht die tatsächlichen Kosten bei Vertragsabschluss wieder."

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.