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Abzocke mit Auslandsbezug

Pressemitteilung vom

Diesmal über gefälschte Reiseportale

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Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein davor gewarnt hat, Geld auf Auslandskonten zu überweisen (siehe hierzu unsere Pressemitteilung vom 02.06.2016). Nun haben wir wieder einen aktuellen Fall, der an die Verbraucherzentrale herangetragen wurde.

Frau U. aus Kiel ist mehrfache Mutter und wollte sich und ihrer Familie et-was Gutes tun. Ein Urlaub auf Ibiza sollte es sein. Dafür ging Frau U. auf die Internetseite Wimdu, ein Portal für Vermittlung von Ferienappartements. Als ein Feriendomizil sie interessierte, nahm sie Kontakt zu dem Vermieter auf. Die weitere Korrespondenz folgte über Facebook. Man wurde sich einig und Frau U. bekam die Kontaktdaten, insbesondere die Bankverbindung. Es handelte sich um ein Konto in Polen. Der Anbieter wirkte durchaus seriös und Frau U. überwies 2.645,-Euro auf das genannte Konto. Stutzig wurde die Verbraucherin, als sie dann trotz Aufforderungen keine Bestätigung des Zahlungseingangs bekam. Darauf versuchte sie auf unter-schiedlichen Wegen Wimdu zu erreichen. Nach einigen Tagen bekam sie von Wimdu die Antwort, dass sie wohl einer gefälschten Seite gefolgt und einem Betrug zum Opfer gefallen ist. Statt Urlaub wird es jetzt wohl einen Kampf um die Rückzahlung des Geldes geben. Frau U. hörte, dass die Verbraucherzentrale Beratung in mehreren Sprachen anbietet, unter anderem in polnischer Sprache und wandte sich an uns.

"Wir raten dringend dazu, solche Fälle zur Strafanzeige bei der Polizei zu bringen. Das Problem ist, dass wenn das Geld erstmal ins Ausland überwiesen wurde, es sehr schwer bis unmöglich sein wird, es zurück zu erhalten", so Joanna Batista, Rechtsreferentin der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, "bei der Bank im vorliegenden Fall handelt es sich um eine seriöse Bank, die auch bestimmte Vorschriften und Bestimmungen einhalten muss. Ob die Bank der Aufforderung folgen wird, das Geld einzufrieren, da es sich um eine Geldmasse aus einer Betrugshandlung handelt, bleibt abzuwarten."

Weitere Recherchen haben ergeben, dass es anderenorts bereits vielfache Beschwerden dieser Art gibt. Die Konten befinden sich nicht nur in Polen. Verbraucher haben auch Geld auf Konten in Großbritannien und Spanien überwiesen. In einem Fall standen die Verbraucher bereits vor dem Haus auf Mallorca, das sie angeblich gebucht haben, das allerdings leider nicht zum Vermieten bereit stand, mehrere Tausend Euro waren weg.

Wimdu beteuert, die Verbraucher vor gefälschten Seiten zu warnen. "Mögliche haftungsrechtliche Ansprüche gegenüber Wimdu müssen noch über-prüft werden", so Batista weiter. "Zurzeit stellt sich uns die Frage, wie die Betrüger an die Daten der Verbraucher kommen. Und wenn es tatsächlich über die Wimdu Seite passiert, stellt sich gleich die nächste Frage, nämlich: Wie überprüft Wimdu die Seriosität der Anbieter?" Frau U. zumindest bekam keine Warnung von Wimdu. Sie muss ihren Kindern wohl erklären, dass es dieses Jahr keinen Urlaub geben wird.

Mit Fragen können sich Verbraucher gerne an die Beratung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein wenden.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.