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Ungewollter Anbieterwechsel bei Strom- und Gasverträgen

Verbraucherschützer untersuchen die Hintergründe zu untergeschobenen Strom- und Gasverträgen und bitten Verbraucher um Hilfe.

Hand steckt Stecker in eine Steckdose
Stromverbrauch im Haushalt
Off

„Herzlich Willkommen bei Ihrem neuen Energielieferanten!“ und „Hiermit bestätigen wir Ihnen die Kündigung Ihres aktuellen Energievertrages!“ – viele Verbraucher werden von solchen Schreiben überrascht. Haben sie doch ihres Wissens nach keinen neuen Strom- oder Gasvertrag abgeschlossen, geschweige denn ihren aktuellen Vertrag gekündigt. Untergeschobene Energieverträge sind ein häufiger Beschwerdegrund in den Beratungen der Verbraucherzentralen. Diesem Problem wollen die Experten des Marktwächters Energie der Verbraucherzentralen jetzt auf den Grund gehen. Dazu bitten sie um die Hilfe von Betroffenen. Verbraucher werden gebeten, ihre Erfahrungen zu schildern und die dazugehörigen Unterlagen einzusenden.

Untergeschobene Strom- und Gasverträge

Beschwerden über untergeschobene Verträge für Strom- und Gaslieferungen sind in den Beratungen der Verbraucherzentrale sehr häufig. Meist sind an diesem Vorgang Vermittler beteiligt, welche die Betroffenen direkt ansprechen – entweder telefonisch oder an der Haustür. In einem vermeintlich unverbindlichen Gespräch fragen die Vermittler entscheidende Informationen ab, zum Beispiel den aktuellen Stromlieferanten oder die Zählernummer. Mit diesen Informationen können die Vermittler dann ohne Wissen und Einverständnis der Kunden einen Vertragswechsel in die Wege leiten. Wenige Tage nach diesem Gespräch gratuliert dem Verbraucher ein unbekannter Lieferant per Post zum gerade abgeschlossenen Stromvertrag, während der alte Stromanbieter die Kündigung bestätigt. Besonders ärgerlich ist, dass es den Betroffenen ohne Rechtsbeistand oftmals gar nicht möglich ist, diesen Vorgang wieder rückgängig zu machen. Die Experten des Marktwächters Energie untersuchen nun die aktuelle Praxis bei solchen ungewollten Anbieterwechseln.

Umfrage soll Vorgehen der Vermittler aufdecken

Der Marktwächter Energie, ein Gemeinschaftsprojekt der Verbraucherzentralen startet im Februar eine bundesweite Umfrage zu untergeschobenen Verträgen für Strom- und Gaslieferungen. Ziel der Befragung ist es, die Problematik untergeschobener Verträge genauer zu analysieren. Dabei möchte der Marktwächter Energie insbesondere herausfinden, wie die Vermittler vorgehen und welche Strategien und Methoden sie genau anwenden. Außerdem soll die Umfrage zeigen, welche Regelungen sich die unseriösen Vermittler zunutze machen und wie Verbraucherinnen und Verbraucher in Zukunft besser geschützt werden können.

So können Betroffene mitmachen

Betroffene, denen ohne ihr Wissen ein Vertrag für Strom- oder Gaslieferungen untergeschoben wurde, die also ungewollt ihren Energielieferanten gewechselt haben, sind nun aufgerufen, dem Marktwächter Energie ihren Fall zu schildern. Hier können sich Verbraucher online an der Befragung beteiligen und so ihre Fallbeschreibung einsenden. Betroffene können ihre Beschwerden zum Thema auch per Post oder Fax einreichen – bitte immer unter Angabe der Telefonnummer oder E-Mail-Adresse.
Eingescannt per E-Mail an Energiemarktwächter@vzbv.de
oder per Fax an: (030) 258 00-218
oder per Post an:
Verbraucherzentrale Bundesverband
Marktwächter Energie
Markgrafenstraße 66
10969 Berlin

Hinweis: Die Marktwächter können leider nicht auf individuelle Fälle eingehen. Für eine persönliche Beratung wenden sich Betroffene bitte an die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.