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Überschuldet fürs Studium? Umfrage der Verbraucherzentralen

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wer in einer anderen Stadt studiert, braucht rund 800 Euro monatlich zum Leben. Das geht oft nicht ohne Studienkredit.
  • Die Schulden, die dabei aufgebaut werden, verzögern später mitunter Familiengründung und Altersvorsorge.
  • Mit einer Online-Umfrage wollen die Verbraucherzentralen sich ein Bild über die Schulden-Situation von Studierenden und die Folgen machen.
Pflanze wächst aus einem Lehrbuch und Kleingeld
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Mit dem Ende der Schulzeit endet auch die finanzielle Sorglosigkeit. Wer in eine andere Stadt zieht, um zu studieren, braucht rund 800 Euro monatlich zum Leben. Das geht aus der aktuellen Sozialerhebung des Studentenwerkes hervor. Eigentlich soll das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) sicherstellen, dass jeder unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern studieren kann. Die Wirklichkeit sieht anders aus.

Ohne Job oder Studienkredit geht es kaum

Ohne Job oder Studienkredit geht es kaum. Die meisten der Studierenden jobben nebenbei. Bundesweit nehmen etwa 44.000 einen Studienkredit auf. Das ergab der Studienkredit-Test des Centrums für Hochschulentwicklung. In den Beratungen der Verbraucherzentralen wird außerdem deutlich, dass Studierende oder ihre Eltern teils teure Ratenkredite abschließen, um den finanziellen Druck zu lindern.


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Mit hohen Schulden ins Erwachsenenleben

Studierende erfüllen eigentlich nicht die Voraussetzungen, um von einer Bank ein Darlehen zu bekommen. Doch wer im Internet sucht, stößt auf Angebote von gewerblichen Kreditvermittlern, die entweder sehr hohe Zinsen oder eine teure Servicepauschale ohne echten Gegenwert fordern. Wer nicht zahlt, muss mit aggressiven Inkassoforderungen rechnen.

Auch nach bestandenem Abschluss fällt der Start ins Erwachsenenleben schwer, wenn sich ein Schuldenberg aufgebaut hat. Überschaubar sind die Schulden bei BAföG-Empfängern. Sie müssen in der Regel höchstens 10.000 Euro zurückzahlen.

Wer aber einen Studienkredit bei der KFW aufgenommen hat, sammelt im ungünstigsten Fall 54.600 Euro Schulden an, die dann noch verzinst werden. Bei Krediten von kommerziellen Anbietern kommt schnell eine sechsstellige Summe zusammen.

Kein Geld für Familiengründung und Altersvorsorge

Bevor die Betroffenen den Kauf einer Immobilie oder den Umzug in eine familientaugliche Wohnung bewältigen können, müssen sie diese Altlasten mühsam abzahlen. Familiengründung und der Aufbau einer Altersvorsorge verzögern sich damit erheblich. Das müsste nicht sein, wenn junge Menschen rechtzeitig vor Studienbeginn ein Finanzierungskonzept hätten und die Hochschulen besser mit kostenfreien Lehrmitteln und bezahlbaren studentischem Wohnraum ausgestattet wären.

Online-Umfrage der Verbraucherzentralen

Die Verbraucherzentralen wollen sich einen Überblick verschaffen, wie häufig Studierende tatsächlich auf geliehenes Geld zurückgreifen müssen und sich vor einer Überschuldung fürchten. Deshalb gibt es eine kurze und anonyme Online-Befragung, die die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein für das Netzwerk der Verbraucherzentralen entwickelt hat.