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Girokonto-Kosten: mehr Durchblick für Sparer ab November

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit dem 31.10.2018 sind Banken nach dem Zahlungskostengesetz (ZKG) dazu verpflichtet, die Kosten für Girokonten transparenter zu machen.
  • Banken müssen Sie fortan mindestens einmal im Jahr über die Kosten Ihres Girokontos benachrichtigen. Diese Informationen mussten sich Sparer bisher meist selbst zusammensuchen.
  • Um Kosten und Konditionen miteinander vergleichen zu können, sollen Sie ab November zudem auf eine kostenfreie Vergleichswebsite zugreifen können.
Geldkarten Portmonee
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Girokonten gibt es in den unterschiedlichsten Ausgestaltungen. Damit Sie als Kontokunde die Kosten für Ihr Zahlungskonto besser kontrollieren und Produkte miteinander vergleichen können, ist am 31. Oktober 2018 eine neue EU-Richtlinie umgesetzt worden. Sie verpflichtet Zahlungsinstitute zu mehr Preis- und Kostentransparenz: Banken müssen anfallende Kosten für Konto und Karten offen legen.

Jährliche Entgeltübersicht

Seit November müssen Zahlungsdienstleister Sie mindestens einmal jährlich kostenlos darüber informieren, was Ihr Girokonto Sie im vergangenen Jahr gekostet hat. In der Entgeltübersicht sind neben der Grundgebühr zum Beispiel auch die Kosten für die Nutzung von Dispokrediten, kostenpflichtiger Kontoauszüge und Karten sowie erhaltene Guthabenzinsen aufgeführt.
Zwar waren diese nutzungsabhängigen Entgelte auch in der Vergangenheit einsehbar. Bankkunden mussten sich die einzelnen Kostenpunkte jedoch aktiv und teils von unterschiedlichen Stellen der Kontoauszüge zusammen suchen. Durch die neue EU-Richtlinie können Kosten nicht länger in Einzelpositionen auf Kontoauszügen versteckt werden. Das bedeutet mehr Kostentransparenz für Kontoinhaber. 
Die jährliche Entgeltübersicht informiert nicht nur darüber, wie teuer die Kontonutzung tatsächlich insgesamt war, sondern auch wie das Konto genutzt wurde und welche Leistungen für diesen Preis verantwortlich waren. Damit erhalten Bankkunden auch die Information auf welche Kosten sie bei alternativen Angeboten besonders achten müssen und ob wichtige Kostenfaktoren bei einem anderen Anbieter pauschal schon mit dem Kontoführungsentgelt abgedeckt sind.

Standardisierte Dokumente 

Sowohl für die vorvertragliche Entgeltinformation sowie für die jährliche Entgeltübersicht gelten strenge Vorgaben zu Inhalt, Terminologie und Form. Kontoinstitute sollen klar verständliche und leicht vergleichbare Informationen zur Verfügung stellen und so ermöglichen, Kosten gegenüberzustellen und den individuell günstigsten Anbieter zu finden   auch auf Basis der Kosten des bisherigen Kontos. 
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat auf ihrer Website die Muster für diese Dokumente veröffentlicht.

Angebote prüfen durch Vergleichswebsites

Um sich bei der Vielzahl an Kostenmodellen einen Überblick verschaffen und geeignete alternative Girokonten finden zu können, haben Sie künftig das Recht auf mindestens eine frei zugängliche Vergleichswebsite. Auf dieser sollen anhand festgelegter Standards relevante Kostenfaktoren und Konditionen verschiedener Anbieter gegenübergestellt werden. Das Sichten der einzelnen Informationsblätter aller Institute bleibt Ihnen also erspart.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zeigt sich jedoch skeptisch: Es bleibe ein Rätsel, wie es funktionieren soll, dass private Vergleichsportale   die mit diesem Angebot ihr Geld verdienen   auch diejenigen Anbieter auffindbar machen, die hierfür keine Marketingausgaben aufwenden. Ob es künftig immer mindestens eine geeignete Vergleichswebsite geben wird, auf die Bankkunden kostenfrei zugreifen können, sei fragwürdig.

Zahlungskontogesetz bereits 2016 

Mit der Umsetzung des ersten Teils des Zahlungskontogesetzes (ZKG) wurden bereits 2016 das Basiskonto und die Kontowechselhilfe eingeführt. Mit dem Inkrafttreten des zweiten Teils der EU-Richtlinie werden nun weitere Transparenzinstrumente geschaffen.